Das Diktat der Klinge

Das Diktat der Klinge
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Ein Hauch von Flaum, 
ganz zart und fein,
soll plötzlich 
eine Schande sein?
Vor jenem Tag 
war es egal,
ob Achselhaar breit 
oder schmal.
Dass etwas wuchs, 
war halt Natur
und widersprach 
nicht der Kultur.
Dann kam die Werbung 
auf den Plan
und weckte 
überall die Scham
für das was man 
nun wegrasierte,
weil man sich für 
das Haar genierte.
Es machte wirklich 
keinen Sinn,
doch es erhöhte 
den Gewinn
des Marktführers 
Firma "Stilett".
Nur noch rasiert 
war man adrett.
Im Sommer zeigt man 
"Achsel frei!"
Doch Haare dort? 
"Nur Barbarei!"
Was die Natur einst 
warm verpackte,
beschämt heut jede 
glatte, nackte
Armhöhle, die 
gepolstert war.
Einst Norm, jetzt 
nicht mehr wunderbar.
So werden wir 
manipuliert.
Gelobt sei, wer 
nicht mitmarschiert,
und zu dem 
Achselhärchen steht,
das selbstbewusst 
im Winde weht.

Veröffentlicht in Poetry.