Das Smartphone-Joch

Das 
Smartphone-Joch
*
Dem, der nur auf 
sein Smartphone schaut,
wird still und heimlich 
Zeit geklaut.
Denn was es ihm 
entgegenhält,
vermehrt in fremden 
Taschen Geld,
bei jenen, die 
dann profitieren,
wenn wir auf kleine 
Displays stieren.

Sie locken uns, 
weiter zu scrollen,
obwohl wir nicht mehr 
scrollen wollen.
So beugen wir 
uns ihrem Joch:
Nur diese eine 
Seite noch!

Wer es zur Seite legt, 
scheint frei,
glaubt kurz, der Bann 
sei nun vorbei.
Doch kaum erreicht 
ihn diese Stille,
erlischt der kaum 
erwachte Wille.
Die neue Absicht 
kann nicht reifen,
man sieht ihn nach 
dem Smartphone greifen.
*

Veröffentlicht in Poetry.