Gedichtgetümmel

Gedichtgetümmel
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Hinter der hohen 
Dichterstirn
in Linksgehirn 
und Rechtsgehirn
hüpfen Gedichte 
aus dem Schrank.
Sie springen über 
Tisch und Bank
und rennen jubelnd 
durch die Stube
als freches Kind 
und böser Bube.
Niemand hält das 
Tamtam mehr auf
und stoppt sie in 
dem wilden Lauf,
weil sie genießen, 
froh zu spielen,
statt auf Belohnungen 
zu schielen,
die sich gewiss 
erzielen ließen,
wenn sie das 
Paradies verließen.
Sie tollen lustvoll 
aus dem Vollen,
denn das, was sie 
erreichen wollen,
ist: Freude an 
der Sprache wecken.
Sie wollen niemanden 
erschrecken,
sondern die Menschen 
dazu bringen,
selber zu dichten 
und zu singen.
Möge das hier 
und jetzt gelingen.

Veröffentlicht in Poetry.