Die Angst
vor der Stimme*Wie kraftvoll
seine Stimme klingt,wenn er allein
im Zimmer singt.Hier wagt er es,
er selbst zu sein,aufrecht und klar,
kein schöner Schein.Doch tritt er
vor das Publikum,wird seine Seele
plötzlich stumm.Er zittert und
die Stimme bebtweil ein Gedanke
sich erhebt.Er flüstert: "Ach,
was singst du schlecht!"Ihm macht es sicher
niemand recht.Er murmelt:
"Du bist kein Tenor!Dein Klang beleidigt
jedes OhrDu kannst nicht Bass,
nicht Bariton!Ständig verfehlst
du jeden Ton.Man hält sich
schon die Ohren zu.Halte den Mund,
gib endlich Ruh."Doch er wagt es,
zu sich zu stehen."Sollen sie meine
Angst nur sehen."beschließt er und
betritt die Bühneals frisch erwachter,
stolzer Hüne.Was eingesperrt war
hinter Gitternbefreit sich nun
mit einem Zittern.Es bricht mit
voller Kraft hervorund trifft erlösend
Herz und Ohr.Dann hört man
Menschen applaudieren,die seinen Mut
nun honorierenund sich durch
ihn ermutigt sehen,auch selbst zu
ihrer Angst zu stehen.