Serienmörder

Serienmörder
*
Ein Serienmörder 
aus Frechen
killt Mücken, weil 
sie ihn frech stechen.
Da sie ihn oft plagen,
will er sie erschlagen.
Sie kommen nachts, 
um sich zu rächen.

Sei kein Frosch

Sei kein Frosch
*
Ein munteres Mädchen 
aus Füssen
versucht, alle 
Frösche zu küssen.
"Ein Prinz wird 
dabei sein!
Dann werde ich 
frei sein!"
Wir werden sie 
aufklären müssen!

Harmoniesüchtig

Harmoniesüchtig
*
Ein freundlicher Opa 
aus Geistern,
will Ärger und Stunk überkleistern.
Er meidet den Streit,
zu jedweder Zeit,
um friedlich sein Leben zu meistern.

Unruhestifter

Unruhestifter
*
Ein Zankapfelpflanzer 
aus Streiten
liebt es, 
Zank und Streit 
zu verbreiten.
Zwietracht auszusäen,
um Eintracht zu 
schmähen,
scheint ihm 
pure Lust 
zu bereiten.

Kartoffelmonolog

Kartoffelmonolog
*
Als Erdapfel grub man 
mich tief in die Erde.
Man düngte und goss mich. 
"Nun wachse und werde!"
So forderte man mich 
zur Zellteilung auf.
Das Leben nahm Form an. 
Es nahm seinen Lauf
Wie sieht es wohl aus 
in der Welt über mir?
Auf jeden Fall ist es 
viel heller als hier.
Ich schick' meine Blätter 
hinauf in das Licht. 
Doch wie es dort aussieht, 
verraten sie nicht.
Dann gräbt man mich aus.
Man trägt mich ins Haus.
Au weia, man kocht mich, 
mit mir ist es aus!
Dann stampft man mich auch noch 
ganz grausam zu Brei.
Begießt mich mit Milch 
und gibt Butter dabei!
So herzlos die Welt, 
in die ich hier geraten.
Die Schwestern von mir 
werden alle gebraten.

Schokoladentörtchentraum

Schokoladentörtchentraum
*
Ach, wenn du wüsstest,
wie herrlich wir schmecken.
Wenn du uns nur küsstest,
um es zu entdecken.

Am üblichen Örtchen
erwarten wir Törtchen,
dass man uns vernascht,
dass man uns mit gierigen
Lippen erhascht,
uns zärtlich umfasst.
Doch wir werden gehasst.

Die Menschen, sie denken nur
noch an Figur.
Von Sinnesgenüssen nicht
mehr eine Spur.

Und wir zuckersüßen weichen
Sahnetörtchen werden Leichen,
die niemand mehr kosten will.

Doch ich warte hoffend, still,
dass mich doch jemand ergreift,
mich zum Kaffeetischchen schleift,
mich auf seinen Teller schmeißt
und dort mit Genuss verspeist.

Nur so endet hingegeben
Schokoladentörtchenleben.

Treue

Treue
*
Moni schreibt an ihre 
Mutter: "Ich leide,
weil ich immer treu 
bei dem einen Mann bleibe,
mit dem ich mich durch 
ein Gelöbnis verbinde.
Doch er schreit nur immer: 
'Hau ab und verschwinde!'
Mein Herz schreit nach Liebe, 
von Sehnsucht erfüllt.
Doch keiner ist da, 
der die Sehnsüchte stillt!"

Die Mutter schreibt 
nur kurz und knapp:
"Gib dich nicht 
mit den Kerlen ab!
Statt dich an 
Macker anzutackern
und dich dann 
für sie abzurackern,
mach dir lieber 
ein schönes Leben!
Das kann dir nämlich 
keiner geben -
außer einer Person: 
dir selbst.
Tu's, wenn du etwas 
auf dich hältst!"
 

Geflochtene Verse

Geflochtene 
Verse
*
Aus Seegras geflochtene 
Verse entstehen
durch Feinarbeit seiner 
geschmeidigen Zehen, 
die Seepferdchen, Muscheln 
und Sandkrabben flechten,
die kaum unterscheidbar sind 
von den ganz echten.

Er flechtet die Verse 
für hungrige Seelen,
denen die Münder 
zum Zubeißen fehlen, 
die immerzu suchen
nach Würstchen und Kuchen.

Nichts stillt ihren Durst,
nicht Käse noch Wurst.
Es stellt sie hinieden
nur eines zufrieden:
geflochtene Verse 
geschmeidiger Füße
verleihen dem Leben 
die richtige Süße.

Austerntraum

Austerntraum
*
Ich kann wirklich 
nichts dafür.
Doch hinter der 
Kühlschranktür
scheint etwas sehr 
laut zu beten
und gegen die 
Tür zu treten.

Langsam öffne ich 
den Kasten,
um mich sanft 
heranzutasten
an das, was da 
schimpft und kreischt
und so Achtsamkeit 
erheischt.

Eine Auster, 
ganz allein,
ruft: „Ich will 
nicht einsam sein!
Gib mir einen 
Schuss Zitrone!
Auch Champagner 
wär nicht ohne!

Statt dass ich 
hier vegetiere
und im Kühlschrank 
fast erfriere,
könntest du mich 
doch verwöhnen
und mich mit der 
Welt versöhnen.“

Ich geriet fast 
schon ins Schwanken,
machte mir ganz 
ernst Gedanken,
diese Meeresfrucht 
zu schützen
statt als Speise 
zu benützen.

Doch dann fand ich’s 
eher schade,
sie nicht doch 
noch zu probieren,
wälzte sie 
in der Panade,
um sie danach 
zu frittieren.

Zehn zahme Ziegen

Zehn zahme Ziegen
*
In der Traumstadt im Hotel 
"Zehn zahme Ziegen"
ist ein Cowboy mit 
Pistolen abgestiegen,
der sich fragt, warum 
die Absteige so heißt
und damit auf eine 
Ziegenfarm verweist,
die sich in der Nähe 
des Hotels befindet.

War die Wahl des Namens 
etwa unbegründet?
Oder wählte jemand 
sie sogar gezielt,
weil er mit der Harmonie 
des Namens spielt?
Hat der Hotelier, 
Herr Filibuster,
der in der Vergangenheit 
als Schuster
Schuhe aus der Haut 
von Ziegen nähte,
die er trittfest machte 
durch zehn starke Drähte,
der Vergangenheit durch 
diesen Akt gehuldigt,
weil man ihn des 
Ziegenmords beschuldigt?

Cowboy Ken folgt 
aufgeregt der Fährte,
sucht die Wahrheit 
mit der ganzen Härte
seines Ziegenbärtchens, 
das er sorgsam pflegt,
weil ihn das Geheimnis 
sehr bewegt.

Seine Mutter nannte 
er nur "Blöde Ziege",
denn sie machte schon sehr 
frühzeitig die Biege
und ließ den Erzeuger 
Kens total allein
mit dem Kind zurück. Das war 
gewiss nicht fein.
Der Alleinerziehende 
Karl Ulrich Peter
war ein strenger Vater 
und kam später
der Geflüchteten auf 
die verwischte Spur.
Sie war vorsichtig 
gewesen, aber nur
in dem einen Punkt war sie 
wohl etwas lässig.
Das bemerkte K.U.P. 
gehässig.
Und er schickte Ken 
in diese Stadt, 
wo der sie dann 
aufgestöbert hat.
In dem Traumhotel 
"Zehn zahme Ziegen"
wird er sie bestimmt 
zu fassen kriegen. 

Im Hotel „Zehn zahme 
Ziegen“ nun,
muss er (Cowboy Ken) das Schlimmste tun:
Wild stürmt er zur Rezeption – die Glocke schellt,
wie ein Ziegenmeckern, das durch Räume gellt.
Sie tritt vor, die Ziege im Kostüm,
seine Mutter, die einst floh vor ihm.
Ken jedoch, gepackt von Zorn und Schmerzen,
zieht den Colt – und zielt auf beider Herzen. "Rache suchte ich – jetzt fand ich dich.
Du bist sicher so enttäuscht wie ich! Weil jeder von uns plötzlich erfasste keiner von uns ist, was man einst hasste!" Wind heult auf, zehn zahme Ziegen fliehen –
Teppich hebt sich – Feuerflammen glühen!
Das Hotel, gebaut auf einem Fluch,
brennt indessen hell – ein rotes Tuch!
Ken springt raus, die Mutter fest im Arm –
ist versöhnt, endlich befreit von Harm. Rauch und Regen deckt die schlimme Szene.
Was ich dann zum Schluss noch kurz erwähne.