Ein wertloses Gedicht*Ein Gedicht hat
keinen Wertaußer hier am
Herd für Gerd.Köstlichkeiten
zubereiten,um ihm Freude
zu bereiten,denn er ist
der Herr im Haus.Ohne ihn ist
alles aus.Kinder hüten,
Wäsche waschenund das mit fast
leeren Taschen.Stimmt die
Buchhaltung mal nicht,spricht er von
versäumter Pflicht.Sparsam hat ein
Vers zu sein,sonst schlägt Gerd
ihn kurz und klein,was kein Nachbar
jemals sieht.Ganz egal, wie
man sich müht.Diesem macht es
niemand recht.Alles, was man
tut, ist schlecht.Wird der Vers es
einmal wagen,ihm die Rechnung
anzutragenfür die mühsame
Verrichtung?Leider endet
hier die Dichtung,denn der Vers
nahm seine Kinderund lebt jetzt
weitaus gesünder.
Dichterschicksal*Eine Schreibfeder
wurde ergriffen.Zeichen wurden auf
Papier gesetzt.Worte wurden geformt.Kurze und lange Zeilenwurden aufs
Papier getanzt,ein Buchstabe
nach dem anderen.Ein Gedicht
wurde geboren.Ein Buch
wurde gedrucktund vergessen.
Jahre vergehen.
Dann
werden die
Verse gelesen.Ein Herz
wird berührt.
Ein Leser schreibt einen
Brief an den Dichter.
Das Blatt
wird gefaltetund in einen
Umschlag gesteckt.Eine Briefmarke
wird abgelecktund aufgeklebt.Ein Brief
wird von der Post
transportiert.Der Briefkasten
wird vom
Postboten gefunden.Ein Nachlassverwalter
öffnet den Brief.
Melatonin*Abends in
dem Hirngehäusearbeitet die
Zirbeldräuse,schickt Melatonin
ins Blut,dass der Körper
schläft und ruht.Wenn sie aber
ständig wacht,ist es aus
mit Gute Nacht.
Cortisol * Von Cortisol
getrieben ist dieser Reim
geschrieben: ein
NEBEN
NIEREN
RINDEN
VERS voll
Tatendrang,
doch nicht
pervers, bringt er den
Puls zum Rasen bei Menschen,
Rehen, Hasen.