Motiviert

Motiviert
*
Monsieur Töff Töff
ist motiviert,
weil sein Beruf 
ihn amüsiert.
Er lernt, so wunderhübsch 
zu schreiben,
um ganz in seinem 
FLOW zu bleiben,
denn er liebt alles, 
was er tut,
und dieser Frohsinn 
macht uns Mut.

Intrinsisch ist 
sein Bestreben.
Niemand muss 
ihm etwas geben,
denn er dichtet, 
weil er's will.

Doch sein Kumpel, 
Onkel Bill,
ist extrinsisch 
ausgerichtet.
Das heißt: Wenn 
er etwas dichtet,
textet er nur 
für das Geld.
"Ich bin schließlich 
auf der Welt,
um etwas 
davon zu haben
und mich an der 
Welt zu laben!"
Weshalb seine 
Kunst nur klappt,
wenn man was 
dafür berappt.

Eine Kunst, kommt 
sie von Innen,
kann nicht immer 
Geld gewinnen.
Doch sie macht 
die Seele satt.
Das ist, was 
man davon hat.


															

Kunstverständnis

Kunstverständnis
*
Mit Zwiebelschalen
Bilder malen
führte bei mir zu
großen Qualen.
Die Zwiebeln brannten
in den Augen,
sodass die Bilder
nicht viel taugen.
Ich hab' sie
mit den Zwiebelschalen
im Mixer kurz
und klein gemahlen.
Den Brei hab' 
ich verschmiert
und ausgiebig 
studiert.
Jetzt denke ich: 
"Mein lieber Specht,
die Kunst von mir 
ist gar nicht schlecht!"

Kulinarisches Rezept

Kulinarisches 
Rezept
*
Erst muss man die 
Zwiebeln schälen,
dann die breite 
Pfanne wählen.
Darin werden 
sie gebraten,
bis sie gelb 
und süß geraten.
In den Topf gleich 
rechts daneben
muss man nun 
die Nudeln geben,
wenn das Wasser 
brodelnd kocht.
Gar nur werden 
sie gemocht.
Weiter wird 
dazu geraten,
nun das Hackfleisch 
anzubraten,
bis es durch 
und durch gegart.
Auch mit Salz 
wird nicht gespart.
Ketchup und 
Tomaten rein.
Schmackhaft wird 
die Speise sein.
Auf Spaghetti 
Bolognese
kommt danach 
noch etwas Käse.
Um Rezepte 
zu probieren,
solltest du mich 
abonnieren,
weil nur dann 
der Rubel rollt
für mein 
Influencer-Gold.

Hamlets Vision

Hamlets Vision
*
Sein oder Nichtsein, 
das ist hier die Frage.
Wem nützt es, wenn ich 
mich noch weiter plage?
Gibt es noch einen, 
dem ich etwas schulde,
für den ich tapfer 
Not und Pein erdulde?

Kann ich mich wappnen 
gegen tausend Plagen?
Oder soll ich dem 
schnöden Fleisch entsagen,
und jedes Herzweh, 
all das Leid beenden?
Es liegt allein bei mir, 
in meinen Händen.

Denn wer erträgt die 
wahrhaft schweren Zeiten,
könnte er seinem Leid 
ein End' bereiten
mit einem Messer 
oder einer Nadel?
Schön wäre das, doch 
es ist nicht von Adel.

Der tiefste Wunsch - 
zu schlafen und zu sterben.
Doch grämt mich sehr: 
was denken meine Erben?
All mein Besitz und 
alle meine Schätze
wären dahin, wenn ich 
mich selbst verletze.

Das Geld auf allen 
Konten bei den Banken.
Sie würden sich um 
meinen Nachlass zanken.
Wie kehrt das Leben plötzlich 
in mich selbst zurück!
Es gibt wohl doch noch 
eine Aussicht auf das Glück.

Ich springe hoch 
und über meine Betten,
um mich und mein 
Vermögen noch zu retten.
Man sieht mich fröhlich 
zu den Banken laufen.
Ein Stück vom Leben will 
ich doch noch kaufen. 

Der Kosmos hat mich so gebaut

Der Kosmos hat 
mich so gebaut
*
Wenn wir diesen Körper 
am Ende verlassen,
was wird ohne ihn 
auf uns warten?
Ein leerer Raum, den wir 
mit Sinnen nicht fassen,
oder ein himmlischer Garten?
Verwandeln wir uns 
in belangloses Nichts?
"Wahrscheinlich!" meint jemand. 
Es scheint angesichts
der moderneren Forschung 
vielleicht so zu sein.
Doch mancher sagt zu 
dieser Frage klar: "Nein!
Das Leben geht weiter. 
Ich habe Vertrauen,
dass wir nach dem Tod 
in den Weltenraum schauen,
der uns einst geboren, 
in dem wir entstanden."
"Warum mussten wir dann 
in dieser Welt landen?"
"Das habe auch ich leider 
noch nicht durchschaut.
Ich weiß nur: Der Kosmos 
hat mich so gebaut,
zu hoffen, dass ich 
auch dann weiterbestehe,
wenn ich meinen Weg 
in die Ewigkeit gehe."

Die Welt hinter der Welt

Die Welt
hinter der Welt
*
Noch ist der Blick 
darauf verstellt.
Doch nähern wir 
uns jener Welt,
die sich hinter 
der Welt befindet
und von der manche 
Weisheit kündet.

Das Altern ist 
ein großes Glück,
denn es weist uns 
den Weg zurück
in jenes Reich, 
aus dem wir kommen.
Das gilt nicht nur 
für fromme Nonnen.

Es ist für 
jeden vorgesehen,
am Ende diesen 
Pfad zu gehen.
Wir heben unser 
Haupt empor
und stehen staunend 
vor dem Tor,
das wir 
erwartungsvoll betreten.

Auch die, die 
überhaupt nicht beten. 

Hoffnung auf die Zukunft

Hoffnung auf 
die Zukunft
*
Kann man noch 
optimistisch sein,
obwohl Vertrautes 
grad zerfällt?
Oder sagt man 
verzweifelt „Nein!“
zu einer Zukunft 
dieser Welt?

Es fällt so schwer, 
Gutes zu hoffen.
Doch wie es wird, 
bleibt für uns offen.

Wir glauben 
an Evolution,
und das ist 
keine Illusion,
denn sie hat uns 
hervorgebracht.
Wir glauben, 
dass sie weitermacht
und uns in 
eine Zukunft weist,
die uns Frieden 
und Glück verheißt.