Das impulsive Bewusstsein

Das impulsive Bewusstsein
*
Geborgenheit 
kippt um in Enge.
Der Stamm regiert 
mit harter Strenge.
Bewusstsein wächst 
und dehnt sich aus.
Es flieht aus 
dem bewachten Haus.
Ein Ego wächst.
Es sprengt die Ketten,
um seine Eigenart 
zu retten.
Die Welt wird 
Kampfplatz, 
um zu streiten,
Land zu gewinnen, 
auszuweiten.
Durchsetzungskraft 
und Expansion.
Wer dominant ist, 
kriegt den Lohn.
Das Recht 
des Stärkeren gewinnt,
denn er ist der, 
der oben schwimmt.
Ein jeder nimmt sich, 
was er kann.
Rücksicht gilt nicht 
- für Frau noch Mann.
Die Konkurrenz 
muss man besiegen,
um selber nicht
zu unterliegen.
Ein Blutbad wütet 
in der Welt,
in die das Ego 
Einzug hält.
Chaos regiert 
ganz ungeniert,
weil die Moral 
uns nicht mehr führt.
Die Freiheit wird 
zum höchsten Gut, 
doch kostet sie 
oft Krieg und Blut.
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Das impulsive Bewusstsein 
entdeckt das eigene Ich.
 Es löst sich 
aus den Bindungen 
der Gemeinschaft und 
sucht Freiheit,
 Selbstbestimmung und 
Durchsetzungskraft. 
Dadurch entstehen Mut, 
Kreativität und 
Eigenständigkeit – 
zugleich aber auch Konkurrenz,
 Machtstreben und Konflikte.

Das mythische Bewusstsein

Das mythische Bewusstsein
*
Wenn das Bewusstsein 
zum Leben erwacht,
sucht es nach Sinn 
in der finsteren Nacht.
Geheimnisse in dieser 
Welt zu erkunden,
hat es dabei bald 
eine Gruppe gefunden,
mit der es sich 
in Ritualen vereint.
Die Welt ist ein Wunder, 
das magisch erscheint.
Der Stamm gibt ihm Schutz, 
sorgt für sicheren Halt
gegen äußere Feinde 
und fremde Gewalt.
Magie kann den Ängsten 
rasch Einhalt gebieten.
Der Feind wird gebannt 
durch beschützende Riten.
Ein Führer bestimmt 
wie die Gruppe marschiert.
Sie folgt ihm, weil er 
sie meist zielsicher führt. 
Wer aufbegehrt, bleibt 
bald alleine zurück.
Die Regeln des Stammes 
versprechen das Glück.
Das Ich löst sich auf 
in dem Kreis der Gemeinde
und Abweichler züchtigt 
man härter als Feinde.
Magisches Bewusstsein
verspricht Sicherheit.
Auch heute sind Menschen
oft dazu bereit.  
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Mythisches Bewusstsein
Das mythische Bewusstsein sucht 
Sicherheit in Geschichten, 
Ritualen und Gemeinschaft. 
Es vertraut den Überlieferungen 
des Stammes und ordnet 
sich einer gemeinsamen 
Weltdeutung unter. 
Dadurch entsteht Zugehörigkeit – 
zugleich wächst die Gefahr, 
Andersdenkende auszugrenzen. 

Das instinktive Bewusstsein

Das instinktive 
Bewusstsein
*
Atmen. Pulsieren.
Ich will überleben.
Die Urkraft, die mir
diesen Körper gegeben,
versah ihn mit 
außergewöhnlichen 
Kräften,
gespeichert in Nerven 
und magischen Säften.
Bewusstsein ist schwach, 
kann den Raum 
kaum erhellen.
Es muss sich vertrauend 
der Aufgabe stellen,
das winzige Licht auf 
dem Weg zu erweitern
durch Wagnis, Gewinnen 
und mutiges Scheitern.
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Das instinktive 
Bewusstsein 
dient dem Überleben. 
Nahrung, Schutz 
und Sicherheit stehen 
im Mittelpunkt.
 Der Körper handelt 
weitgehend automatisch 
und reagiert unmittelbar 
auf Gefahren. Erst wenn 
die Grundbedürfnisse 
gesichert sind, 
entsteht Raum für 
die Entwicklung 
weiterer 
Bewusstseinsformen. 

Die Stimmen des Bewusstseins

Die Stimmen 
des Bewusstseins
*
Das Bewusstsein ist immer 
in Veränderung begriffen.
Es gleicht am Anfang einer 
Streichholzflamme, 
die kurz aufleuchtet
und den zuvor dunklen 
Raum sichtbar macht.
Später kann es 
zu dem Lichtkegel 
eines Scheinwerfers werden,
der Teile der Bühne 
in die Aufmerksamkeit nimmt.
Es kann wie 
die Strahlen der Sonne 
einen ganzen Planeten 
fürsorglich erwärmen
oder vernichten.
 *
Die folgenden Gedichte 
beschreiben verschiedene 
Formen menschlichen 
Bewusstseins. Sie 
verstehen sich nicht 
als wissenschaftliches Modell, 
sondern als poetische 
Annäherung. Jeder 
Bewusstseinszustand 
besitzt seine 
eigene Weisheit und 
seine 
eigenen Grenzen.

 

Aufstieg

Aufstieg
*
Ein Gedicht verdient 
sich Sporen.
Es wurde nicht 
reich geboren,
musste arbeiten 
und dienen,
freundlich sein 
trotz böser Mienen,
höflich sein, auch 
wenn es schmollt,
weil der Chef nur 
schimpft und grollt.
Ist es Jahre 
später oben,
darf es böse 
sein und toben.

CrimeTime

CrimeTime
*
Pilger finden 
einen Toten,
obwohl Töten 
streng verboten.
Doch im Wald 
am Fuß der Eiche
liegt eindeutig 
eine Leiche.

Polizisten, 
Kommissare
sichern Spuren, 
prüfen Haare,
diskutieren 
das Geschehen,
fragen: "Wer hat 
was gesehen?",
und erkennen 
gleich vor Ort:
Hier geschah ein 
dreister Mord!

Bald meldet sich 
ein Verräter.
Durch ihn findet 
man den Täter.
Der wird, auch wenn 
er sich wehrt,
festgesetzt und 
eingesperrt.

Kaum hat man 
sie aufgeklärt,
ist die Tat auch 
schon verjährt.
Kurz ist so 
ein Menschenleben.
Darauf lasst uns 
einen heben!

Den Baum umarmen

Den Baum 
umarmen
*
In manchen 
spirituellen 
Traditionen 
gelten Bäume 
als lebendige Wesen 
mit besonderer 
Energie. 
Besonders alte 
Bäume werden 
oft als Orte 
der Weisheit oder 
Ruhe angesehen. 
Das Umarmen 
eines Baumes 
kann dort eine 
meditative 
oder rituelle 
Handlung sein.

 

Die Sterne erkunden

Die Sterne 
erkunden
*
Wir wollen das 
Universum entdecken,
die Sterne erkunden 
und Milchstraßen checken.
Um etwas zu lernen, 
sind wir auf der Welt,
Besucher, kurz auf 
diese Erde gestellt.
Stirbt einst unser Körper, 
wird man für uns beten.
Die Reise geht weiter 
zu neuen Planeten,
die wir dann 
durchstreifen,
um weiter zu reifen
als Wesen, vom Kosmos 
aus Sternlicht gewebt,
das in jedem Herzen 
als Zuversicht lebt.

Verankert

Verankert
*
Ich habe Anker in 
den Grund geschlagen,
damit mein kleines Schiff 
sich nicht bewegt.
Ich wollte mich in 
Sicherheiten wiegen
und habe meinen 
Kutter lahmgelegt.

Jetzt bin ich an 
dem Ankerplatz verrostet.
Ein Preis, den eine 
Sicherheit wohl kostet.
Ich würde meine 
Anker gerne lösen
und mich vom Strom des 
Wassers treiben lassen.

Vertrauensvoll in 
Wind und Sonne dösen,
wird sich wohl nicht so 
einfach lernen lassen.
Ich würde es trotzdem 
sehr gern probieren,
will mutig sein und 
meine Angst verlieren.