CrimeTime*Pilger finden
einen Toten,obwohl Töten
streng verboten.Doch im Wald
am Fuß der Eicheliegt eindeutig
eine Leiche.Polizisten,
Kommissaresichern Spuren,
prüfen Haare,diskutieren
das Geschehen,fragen: "Wer hat
was gesehen?",und erkennen
gleich vor Ort:Hier geschah ein
dreister Mord!Bald meldet sich
ein Verräter.Durch ihn findet
man den Täter.Der wird, auch wenn
er sich wehrt,festgesetzt und
eingesperrt.Kaum hat man
sie aufgeklärt,ist die Tat auch
schon verjährt.Kurz ist so
ein Menschenleben.Darauf lasst uns
einen heben!
Den Baum
umarmen*In manchen
spirituellen
Traditionen gelten Bäume
als lebendige Wesen mit besonderer
Energie. Besonders alte
Bäume werden oft als Orte
der Weisheit oder Ruhe angesehen. Das Umarmen
eines Baumes kann dort eine
meditative oder rituelle
Handlung sein.
Die Sterne
erkunden*Wir wollen das
Universum entdecken,die Sterne erkunden
und Milchstraßen checken.Um etwas zu lernen,
sind wir auf der Welt,Besucher, kurz auf
diese Erde gestellt.Stirbt einst unser Körper,
wird man für uns beten.Die Reise geht weiter
zu neuen Planeten,die wir dann
durchstreifen,um weiter zu reifenals Wesen, vom Kosmos
aus Sternlicht gewebt,das in jedem Herzen
als Zuversicht lebt.
Verankert*Ich habe Anker in
den Grund geschlagen,damit mein kleines Schiff
sich nicht bewegt.Ich wollte mich in
Sicherheiten wiegenund habe meinen
Kutter lahmgelegt.Jetzt bin ich an
dem Ankerplatz verrostet.Ein Preis, den eine
Sicherheit wohl kostet.Ich würde meine
Anker gerne lösenund mich vom Strom des
Wassers treiben lassen.Vertrauensvoll in
Wind und Sonne dösen,wird sich wohl nicht so
einfach lernen lassen.Ich würde es trotzdem
sehr gern probieren,will mutig sein und
meine Angst verlieren.
Statussymbol*Ein Gedicht
ohne Krawattescheitert, weil
es keine hatte.Ohne eine,
nackt und bloß,war es seinen
Status los.Mit Krawatte
zeigt es an,wer es ist
und was es kann.Trägt es keine
umgebunden,wird es nicht
für wert befunden.Niemand wird es
so empfangen. Es muss um
sein Image bangen.
Verdorbener
Magen*Ein Gedicht,
aus Holz gezimmert,das im Licht des
Mondes schimmert,glänzt, weil es
von Lack umhüllt,der die kleinen
Löcher füllt:Löcher, die der
Wurm gefressen,der aus
Eigeninteressensich durch jede
Lackschicht wühlt,weil er sich sehr
hungrig fühlt.Lack liegt aber
schwer im Magen.Darum muss ich
leider sagen,dass der Wurm
daran gestorben,weil sein Magen
ward verdorben.
Nützliche
Maschinen
*
Ein Computer kann
nicht weinen, die KI nicht
traurig sein. Doch sie können
so erscheinen – und dann bilden
wir uns ein, sie wären
beseelte Wesen.Wie der Schrubber
und der Besen sind sie gute
Mitarbeiter, manchmal sogar
Spitzenreiter, die uns täglich
unterstützen, helfen und dem
Fortschritt nützen.Niemand möchte
sie mehr missen: Weltumspannend
ist ihr Wissen, zahllos sind
die Fähigkeiten, Glück und Freude
zu verbreiten.Wenn wir nichts
mehr selber machen, werden wir
dereinst erwachen: schwach und hilflos
wie ein Kind, weil wir nicht mehr
nützlich sind.
Vegetarier*Ein achtsamer
Tiger aus Bremenfällt auf durch
sensibles Benehmen.Statt Hasen
zu fressen,will er
Früchte essen,weil ihn
die Kaninchen
beschämen.
Doch manchmal
vermisst er
das Fleisch und
dann frisst er,
ganz ohne sich
dafür zu grämen.
Atembank*Der turmhohe
Schornsteinspeit Wolken:paff, paff.Sein Gas
sinkt herab,bodenschwer.Ein Mensch
irrt umherzwischen Gift
und Gestank.Die Gasmaske
hindert so sehr."Ach, wär’
ich doch",denkt er,"ein
schwerreicher
Mann,dann dürfte ichSauerstoff tankenan einer derAtembanken."