Die Angst vor der Brücke * Die Brücke schwankt im leichten Wind. Lianen, die verknotet sind, versprechen Sicherheit und Halt. Dem Wanderer wird heiß und kalt, denn manche Brücke stürzte ein und er will nicht der nächste sein, der in die wilden Fluten stürzt und seine Lebenszeit verkürzt. Doch wenn er diesen Schritt nicht wagt, ängstlich verzweifelt und versagt, erreicht er das gesetzte Ziel, das anzustreben ihm gefiel, auf keinen Fall. Dann wird beklagt, dass er die Schritte nicht gewagt. Wird er die Frucht mutig besiegen? Ein Schritt - schon steht er auf den Stiegen der Brücke, die hinüber führt. Ein Fuß der zögernd Holz berührt. Dann strafft er sich und geht entschlossen hinüber auf den schmalen Sprossen. Plötzlich ein Stolpern. Er erbleicht. Doch bald hat er sein Ziel erreicht. Auf seine Furcht zurückzuschauen, stärkt ihn und weckt sein Selbstvertrauen, denn wer der Angst nicht kraftlos weicht, wird stolz, wenn er sein Ziel erreicht. |
Autoren-Archiv: Ambros Jürgen
Der Kontrolleur
Der Kontrolleur * "Bist du seine wachsame innere Stimme?" "Das bin ich. Ich pass auf ihn auf." "Warum verbietest du ihm so viele Dinge? Er darf ja fast gar nichts bei dir." "Würde ich nicht aufpassen, wäre der ganze Laden längst den Bach runtergegangen. Ohne mich läuft nichts." "Du bist also die innere Stimme, die alles kontrolliert und darauf achtet, dass er keine Probleme bekommt? Stimmt das?" "Nenn mich Checker." "Okay, Checker. Du hast einen harten Job und strengst dich sehr an, damit alles funktioniert, richtig?" "Ganz genau." "Und belohnt er dich für deine Arbeit? Ist er froh, dass es dich gibt?" "Nein. Er wäre froh, wenn er mich los wäre. Er hat keine Ahnung, wie wichtig ich bin." "Ist er wenigstens dankbar, dass du ihn beschützt?" "Meine Arbeit wird leider von keinem geschätzt." "Kann überhaupt etwas geschehen, ohne dass du es erlaubst?" "An mir kommt keiner vorbei." "Gibt es noch andere innere Stimmen?" "Ja." "Darf ich mit ihnen sprechen?" "Nur wenn ich dabei bin." "Du willst sie beschützen?" "Ja." "Wenn ich dich also um Erlaubnis bitte, mit einer anderen Stimme zu sprechen – wirst du sie mir geben?" "Das kommt drauf an." "Worauf?" "Ob sie mit dir reden wollen." "Du gibst ihnen also die Freiheit, selbst zu entscheiden?" "Ich will sie beschützen." "Vertraust du mir?" "Es geht so." "Wenn ich mit anderen Stimmen spreche, bist du ja immer dabei. Du kannst jederzeit eingreifen und das Gespräch beenden." "Das ist mir schon klar." "Mit welcher Stimme darf ich zuerst sprechen?" "Der Kritiker hat dir wohl etwas zu sagen." "Dann will ich jetzt hören, was er mir zu sagen hat." |
Traumstadtphilosoph
Die Stimme der Angst
Die Angst vor der Stimme
Die Kraft der Evolution










