Lebensrhythmen

Lebensrhythmen
*
Alles im Leben 
entsteht und vergeht.
Was immer auch wächst, 
wird vom Winde verweht.
Aus Samen, aus Wurzeln 
entsteht Frucht und Blüte
durch die der Natur 
innewohnende Güte.

So reift Jahr um Jahr 
zu der Fülle des Lebens.
Am Ende wird sichtbar: 
Es war nicht vergebens!
Das Muster des Teppichs, 
den wir so gewebt,
erscheint erst am Ende, 
wo man es versteht.

Die Zukunft gestalten

Die Zukunft gestalten
*
Als die Vergangenheit 
Gegenwart war,
erschien sie mir wirklich 
und vollkommen klar.
Von heute betrachtet, 
wirkt sie wie ein Traum,
und ich bin erstaunt, 
ihn von hier anzuschau'n.

Was damals noch Zukunft hieß, 
wurde mein Leben.
Ein Traum nahm Gestalt an 
durch geistiges Streben.
Was Wirklichkeit wurde 
durchs Wirken der Zeit
lag erst in den Träumen 
als Samen bereit. 
*

Lob der Stille

Lob der Stille
*
Auf die Stille 
hören lernen,
weil sie leise 
zu uns spricht.
Durch den Lärm 
und das Getöse
hört man ihre 
Stimme nicht.

Apparate, 
die uns sagen,
dies zu lassen, 
das zu wagen,
die den Puls, 
den Blutdruck messen,
damit wir 
niemals vergessen,
dass wir ihre 
Diener sind,
unselbständig 
schon als Kind.

Freiheit finden 
in der Stille.
Dies zu lehren, 
ist mein Wille.
Doch es hört 
niemand auf mich.
Welch ein Fehler, 
sicherlich.

Spontaneität

Spontaneität
*
Er wich zurück.
Er trat hervor.
Er hielt 
das Smartphone 
an sein Ohr.

Er sprach 
fast unhörbar 
hinein,
sprach Worte, 
herzlos und gemein.

Er trat hervor.
Er wich zurück,
zerstörte 
unbedacht 
sein Glück.
Spontan zu sein 
-authentisch, echt-
erweist sich manchmal 
doch als schlecht.

Selbstverlust

Selbstverlust
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Nach innen hören, 
fällt mir schwer.
Mir scheint, von dort 
kommt gar nichts mehr.
Kann es auch sein, 
dass man vergisst,
wo eigentlich 
das Innen ist?

Von außen kommt 
so viel Klimbim,
der laut und 
ohne tiefen Sinn
mir täglich in 
die Ohren plärrt,
was richtig ist 
und was verkehrt,
bis ich am Ende 
nicht mehr weiß,
wo ich grad bin 
und wie ich heiß'.

Freundschaft

Freundschaft
*
Großartig, dass 
es Freunde gibt,
denn hat man wen, 
der einen liebt,
ist manches gar 
nicht mehr so schwer.
Und das kommt nicht 
von ungefähr!

Denn wo sich Herzen 
froh vereinen,
muss niemand mehr 
alleine weinen
über den Zustand 
dieser Welt,
die g'rade aus 
dem Rahmen fällt.

Wenn wir sie 
wieder Heile machen,
werden wir einst 
darüber lachen,
dass die Natur 
sich selber heilt,
wenn sich der Mensch 
nicht mehr beeilt,
um diese Welt 
froh zu genießen,
während die 
Sonnenblumen 
sprießen.

Wintersonnenwende

Die 
Wintersonnenwende.

Das Jahr geht 
nun zu Ende. 
Ab morgen steigt 
die Sonne auf,
beginnt von Neuem 
ihren Lauf
durch all 
die Jahreszeiten,
die wir mit 
ihr durchschreiten -
mit Wachsen, Blühen 
und Vergeh'n,
um darin einen 
Sinn zu seh'n.

Die fernen Sterne 
sind verschwunden.
Künstliches Licht 
flutet die Welt.
Der Himmel ist 
für uns verstellt,
während wir jenen 
Stern umrunden,
der uns durch Licht 
am Leben hält.

Die Sternenwelt 
kam uns abhanden.
Sie fühlt sich von uns 
nicht verstanden
und zieht sich 
aus der Welt zurück.
Mit ihr verlieren 
wir das Glück,
das wir erst dann 
wirklich versteh'n,
wenn wir den 
weiten Kosmos seh'n.

Zeitkonzept

Zeitkonzept
*
Gänse, die auf 
Wiesen ruh'n,
haben grade 
nichts zu tun.
Kunststudenten, 
die pausieren,
träumen Kunst statt 
zu studieren.
Clowns, die länger 
Pause machen,
bringen keinen 
mehr zum Lachen.
Prediger, die 
sich verspäten,
brauchten Zeit, 
um fromm zu beten.
Jeder nutzt 
auf seine Weise
die geschenkte 
Zeitenreise
durch die 
kostbare Natur,
abzulesen 
an der Uhr,
die man, falls sie 
zu schnell tickt,
zu 'nem 
Uhrologen schickt. 

Lebensglück

Lebensglück
*
Das Leben ist 
ein großes Glück.
Einmal vorbei, 
kommt's nicht zurück.

Sei weise, 
nutze deine Zeit.
Sie steht nur jetzt 
für dich bereit.

Wer tätig ist, 
greift nach der Welt,
die er in seinen 
Händen hält.
Der andere 
schaut träge zu,
denn er hat 
lieber seine Ruh'.

 

Zukunftsvision

Zukunftsvision
*
Die Schmerzen sind 
verschwunden.
Ich scheine 
zu gesunden.
Das Wunder, das 
die Welt erschafft,
gibt mir ein 
wenig neue Kraft.

Es will wohl, 
dass ich bleibe
und weiter 
Verse schreibe.
So setze ich 
mich täglich hin
im Glauben an 
den tiefen Sinn,
der diese Welt 
zusammenhält,
auch wenn sie ab 
und zu zerfällt.

Das Chaos ist 
stets der Beginn
zu einer neuen 
Ordnung hin,
die sich der 
Geist von Anfang an
als nächsten Schritt 
der Welt ersann,
in dem das Leben 
sich entfaltet
und sich auf 
neue Art gestaltet.

Aus Furcht vor 
der Veränderung
blieben wir lieber 
immer jung
und klammern uns 
an altes Denken.

Das Leben will uns 
Zukunft schenken.
Doch die werden 
wir nur erleben,
wenn wir das Alte 
aufgegeben.