Kulinarisches Rezept

Kulinarisches 
Rezept
*
Erst muss man die 
Zwiebeln schälen,
dann die breite 
Pfanne wählen.
Darin werden 
sie gebraten,
bis sie gelb 
und süß geraten.
In den Topf gleich 
rechts daneben
muss man nun 
die Nudeln geben,
wenn das Wasser 
brodelnd kocht.
Gar nur werden 
sie gemocht.
Weiter wird 
dazu geraten,
nun das Hackfleisch 
anzubraten,
bis es durch 
und durch gegart.
Auch mit Salz 
wird nicht gespart.
Ketchup und 
Tomaten rein.
Schmackhaft wird 
die Speise sein.
Auf Spaghetti 
Bolognese
kommt danach 
noch etwas Käse.
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Hamlets Vision

Hamlets Vision
*
Sein oder Nichtsein, 
das ist hier die Frage.
Wem nützt es, wenn ich 
mich noch weiter plage?
Gibt es noch einen, 
dem ich etwas schulde,
für den ich tapfer 
Not und Pein erdulde?

Kann ich mich wappnen 
gegen tausend Plagen?
Oder soll ich dem 
schnöden Fleisch entsagen,
und jedes Herzweh, 
all das Leid beenden?
Es liegt allein bei mir, 
in meinen Händen.

Denn wer erträgt die 
wahrhaft schweren Zeiten,
könnte er seinem Leid 
ein End' bereiten
mit einem Messer 
oder einer Nadel?
Schön wäre das, doch 
es ist nicht von Adel.

Der tiefste Wunsch - 
zu schlafen und zu sterben.
Doch grämt mich sehr: 
was denken meine Erben?
All mein Besitz und 
alle meine Schätze
wären dahin, wenn ich 
mich selbst verletze.

Das Geld auf allen 
Konten bei den Banken.
Sie würden sich um 
meinen Nachlass zanken.
Wie kehrt das Leben plötzlich 
in mich selbst zurück!
Es gibt wohl doch noch 
eine Aussicht auf das Glück.

Ich springe hoch 
und über meine Betten,
um mich und mein 
Vermögen noch zu retten.
Man sieht mich fröhlich 
zu den Banken laufen.
Ein Stück vom Leben will 
ich doch noch kaufen. 

Der Kosmos hat mich so gebaut

Der Kosmos hat 
mich so gebaut
*
Wenn wir diesen Körper 
am Ende verlassen,
was wird ohne ihn 
auf uns warten?
Ein leerer Raum, den wir 
mit Sinnen nicht fassen,
oder ein himmlischer Garten?
Verwandeln wir uns 
in belangloses Nichts?
"Wahrscheinlich!" meint jemand. 
Es scheint angesichts
der moderneren Forschung 
vielleicht so zu sein.
Doch mancher sagt zu 
dieser Frage klar: "Nein!
Das Leben geht weiter. 
Ich habe Vertrauen,
dass wir nach dem Tod 
in den Weltenraum schauen,
der uns einst geboren, 
in dem wir entstanden."
"Warum mussten wir dann 
in dieser Welt landen?"
"Das habe auch ich leider 
noch nicht durchschaut.
Ich weiß nur: Der Kosmos 
hat mich so gebaut,
zu hoffen, dass ich 
auch dann weiterbestehe,
wenn ich meinen Weg 
in die Ewigkeit gehe."

Die Welt hinter der Welt

Die Welt
hinter der Welt
*
Noch ist der Blick 
darauf verstellt.
Doch nähern wir 
uns jener Welt,
die sich hinter 
der Welt befindet
und von der manche 
Weisheit kündet.

Das Altern ist 
ein großes Glück,
denn es weist uns 
den Weg zurück
in jenes Reich, 
aus dem wir kommen.
Das gilt nicht nur 
für fromme Nonnen.

Es ist für 
jeden vorgesehen,
am Ende diesen 
Pfad zu gehen.
Wir heben unser 
Haupt empor
und stehen staunend 
vor dem Tor,
das wir 
erwartungsvoll betreten.

Auch die, die 
überhaupt nicht beten. 

Hoffnung auf die Zukunft

Hoffnung auf 
die Zukunft
*
Kann man noch 
optimistisch sein,
obwohl Vertrautes 
grad zerfällt?
Oder sagt man 
verzweifelt „Nein!“
zu einer Zukunft 
dieser Welt?

Es fällt so schwer, 
Gutes zu hoffen.
Doch wie es wird, 
bleibt für uns offen.

Wir glauben 
an Evolution,
und das ist 
keine Illusion,
denn sie hat uns 
hervorgebracht.
Wir glauben, 
dass sie weitermacht
und uns in 
eine Zukunft weist,
die uns Frieden 
und Glück verheißt.

Innere Stimmen

Die inneren Stimmen
*
Gehörst auch du zu den Menschen, 
die ihre innere Stimme hören?
Helmut Schmidt soll einmal gesagt 
haben: "Wer Visionen hat, 
der soll zum Arzt gehen." 
Aber was, wenn die innere Stimme dir 
hilft, deine Gedanken zu formulieren? 
Wenn sie dich dabei 
unterstützt, Klarheit in 
dein Leben zu bringen?
Beginnt man, der inneren Stimme 
zu lauschen, bemerkt man bald, 
dass da nicht nur eine Stimme 
spricht. Was Eltern und Lehrer 
einst zu einem gesagt haben, 
ist längst Teil der eigenen 
Innenwelt geworden. Werbesprüche 
geistern durch den Innenraum 
des Geistes. Alte Ermahnungen 
tauchen auf, fremde Erwartungen 
melden sich zu Wort.
Welche Stimme ist die eigene?
Wer bin ich eigentlich? 
Und wie schaffe ich es, mich in 
diesem Geplapper der inneren 
Stimmen selbst zu finden?
Welche Stimme ist meine Stimme?
Eine Stimme gibt es, die liebe 
ich sehr. Sie ist leise und 
bedrängt mich nie. Niemals würde 
sie mich zu etwas zwingen, 
denn sie nimmt mich so an, wie ich bin.
Es gibt sie tatsächlich.
Sie begleitet mich auf meinem Weg 
der evolutionären Entwicklung. 
Ihre Aufmerksamkeit ist wohlwollend. 
Sie möchte mich dabei 
unterstützen, meine Fähigkeiten 
weiterzuentwickeln und das zu 
entfalten, was bereits 
in mir angelegt ist.
Ich wage es, wie viele andere 
Menschen auf diesem Planeten, zu 
behaupten: Die Evolution ist dabei, 
eine neue Menschheit 
hervorzubringen. Eine Menschheit, 
die aufwacht und Fähigkeiten 
entfaltet, die längst in uns angelegt 
sind: Empathie, Solidarität, 
Zielstrebigkeit und die Fähigkeit, 
miteinander in Verbindung zu treten.
Es entsteht – so glaube ich – eine 
Menschheit, die sich als Teil des
Planeten versteht, der 
sie hervorgebracht hat. 
Eine Menschheit, die 
lernt, bewusst mit ihm 
zusammenzuarbeiten, 
statt sich von ihm 
getrennt zu fühlen.

Mut zum Aufbruch

Mut zum Aufbruch 
 *
Sein Leben wird von 
Traditionen geprägt, 
die man ihm bereits 
in die Wiege gelegt. 
Von Alltagsroutinen 
gelenkt wie auf Schienen 
verliefen die Pfade. 
Nie fand er das schade. 
Gewohnheiten halfen ihm, 
angstfrei zu leben. 
Sie schützten ihn 
vor unerwarteten Beben, 
die er so umgangen. 
Kein Ziel, kein Verlangen 
hat ihn aus dem täglichen 
Gleichschritt gebracht.
Der Alltagstrott hat 
ihn so schläfrig gemacht. 
Nun wächst in ihm plötzlich 
zu seinem Erstaunen 
ein Flüstern zuerst, 
dann ein murmelndes Raunen, 
das wie ein Magnet wirkt 
und so an ihm zieht, 
dass er sich bald 
aufmacht in fremdes Gebiet
mit verlockenden Räumen. 
Erst nur in den Träumen
erkennt er, was er 
durch Gewohnheit vermeidet
und unter der Schicht 
der Gewohnheiten leidet.
Deswegen stieg er 
aus dem Hamsterrad aus
und wagte sich mutig 
ins Leben hinaus.

Die Leinwand

Selbstzweifel 
* 
Die Farben sind 
schon angerührt.
Der Pinsel wird 
gekonnt geführt.
Was ihre 
Phantasie erfand,
wird dadurch 
aufs Papier gebannt.
Sie malt das, was 
ihr Geist erschuf.
"Wird diese 
Sehnsucht mein Beruf?"
fragt sie sich und 
dann zweifelt sie.
Sie denkt: "Das schaff' 
ich sicher nie!"
Durch ihre Hand 
entstehen Bilder.
Auf denen tanzt 
ein grauer, wilder,
in Stoff gehüllter 
Terrafant
mal auf dem Bein, 
mal auf der Hand.
Einmalig schillert 
ihr Projekt.
Dumm ist nur, dass 
sie es versteckt.
Sie fürchtet: "Man 
wird mich verspotten."
Wird ihre Kunst 
deshalb verrotten?
Ein Freund sieht das 
grandiose Bildnis 
mit Terrafant 
in rauer Wildnis 
und sagte: "Ich stell 
es für dich aus!" 
Nun lobt man sie 
landein, landaus 
und feiert sie 
als Künstlerin 
mit Fantasie 
und Eigensinn. 
Woran sie nicht 
im Traum gedacht, 
wurde durch Freundschaft 
wahr gemacht,
die ihre Zweifel 
ausgeräumt.
Wirklichkeit wird, 
was sie erträumt.

Die Angst vor der Angst

Die Angst vor der Angst
*
Die Abkürzung führt 
durch den Wald. 
Er fürchtet sich 
und ihm ist kalt. 
Doch außen drumherum 
zu geh'n 
dauert zu lang. 
So bleibt er steh'n. 
Er ringt mit 
ängstlichen Gedanken 
und seine Absicht 
scheint zu schwanken.
Doch dann gibt er 
sich einen Stoß, 
entschließt sich 
und läuft mutig los. 
Ein Schemen huscht 
am Baum vorbei. 
Der Mond scheint matt, 
der Weg ist frei. 
Ein Uhu schreit. 
Ein Zweiglein knackt. 
Steht dort ein 
Schatten, unbefrackt? 
Sein Atem stockt, 
er zuckt und schluckt. 
Er schwitzt. Als 
er genauer guckt, 
steht dort nur ein 
verformter Strauch 
mit flatterhaftem 
Blätterbauch. 
Die Furcht malt gern 
mit leichter Hand 
Gespenster aus 
dem Bilderland, 
das sich im eignen 
Geist befindet 
und uns an unsre 
Ängste bindet.