Das empathische
Bewusstsein
*
Vernunft hatte den
Sieg errungen.
Die wunderbaren
Neuerungen,
die der Verstand
ins Leben rief,
nannte man stolz
"innovativ".
Wirtschaft erblühte
ungehemmt,
wohlhabend zwar,
blieb man getrennt.
Geballter Reichtum
machte Mut,
Leistungsbereitschaft -
höchstes Gut.
Doch die Natur begann
zu leiden,
der Mensch schien Nähe
zu vermeiden.
Der Nachbar galt
als Konkurrent,
den man besser
nicht näher kennt.
Die Erde ward
zum Markt gemacht,
die Gier hat
Raubbau mitgebracht.
Die Blütezeit des
Handelns schwand,
man sah die
Schatten an der Wand:
Verändert man jetzt
nicht die Richtung,
droht durch den Wahn
die Selbstvernichtung.
Verbundenheit,
achtsames Leben
bestimmt ab jetzt
das neue Streben:
das Miteinander
ist nun Macht,
die sich erweist
als starke Kraft.
Wir retten uns
und den Planeten,
statt nur
für den Erhalt
zu beten,
halten gemeinschaftlich
die Hand,
weil einer nun
zum andren fand.
*
Das empathische
Bewusstsein
erkennt, dass der
Mensch nicht
getrennt von
anderen Menschen
oder der Natur lebt.
Mitgefühl,
Verbundenheit und
gegenseitige
Verantwortung
werden zu den
Grundlagen des
Handelns.
Fortschritt erhält
erst dann
seinen tieferen
Sinn, wenn
er dem Leben
dient und nicht
nur dem
eigenen Vorteil.
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