Ein wertloses Gedicht

Ein wertloses Gedicht
*
Ein Gedicht hat 
keinen Wert
außer hier am 
Herd für Gerd.
Köstlichkeiten 
zubereiten,
um ihm Freude 
zu bereiten,
denn er ist 
der Herr im Haus.
Ohne ihn ist 
alles aus.

Kinder hüten, 
Wäsche waschen
und das mit fast 
leeren Taschen.

Stimmt die 
Buchhaltung mal nicht,
spricht er von 
versäumter Pflicht.
Sparsam hat ein 
Vers zu sein,
sonst schlägt Gerd 
ihn kurz und klein,
was kein Nachbar 
jemals sieht.
Ganz egal, wie 
man sich müht.
Diesem macht es 
niemand recht.
Alles, was man 
tut, ist schlecht.
Wird der Vers es 
einmal wagen,
ihm die Rechnung 
anzutragen
für die mühsame 
Verrichtung?
Leider endet 
hier die Dichtung,
denn der Vers 
nahm seine Kinder
und lebt jetzt 
weitaus gesünder.

Dichterschicksal

Dichterschicksal
*
Eine Schreibfeder 
wurde ergriffen.
Zeichen wurden auf 
Papier gesetzt.
Worte wurden geformt.
Kurze und lange Zeilen
wurden aufs 
Papier getanzt,
ein Buchstabe 
nach dem anderen.
Ein Gedicht 
wurde geboren.
Ein Buch 
wurde gedruckt
und vergessen.

Jahre vergehen.
Dann 
werden die 
Verse gelesen.
Ein Herz 
wird berührt.

Ein Leser schreibt einen 
Brief an den Dichter.

Das Blatt 
wird gefaltet
und in einen 
Umschlag gesteckt.
Eine Briefmarke 
wird abgeleckt
und aufgeklebt.
Ein Brief 
wird von der Post 
transportiert.
Der Briefkasten
 wird vom
 Postboten gefunden.
 
Ein Nachlassverwalter 
öffnet den Brief.

 

Melatonin

Melatonin
*
Abends in 
dem Hirngehäuse
arbeitet die 
Zirbeldräuse,
schickt Melatonin 
ins Blut,
dass der Körper 
schläft und ruht.
Wenn sie aber 
ständig wacht,
ist es aus 
mit Gute Nacht.

Cortisol

      Cortisol
         *
    Von Cortisol 
    getrieben
    ist dieser Reim 
    geschrieben:
    ein 
    NEBEN
     NIEREN
      RINDEN
         VERS
    voll 
    Tatendrang, 
    doch nicht 
    pervers,
    bringt er den 
    Puls zum Rasen
    bei Menschen, 
    Rehen, Hasen.

Dopamin

Dopamin
*
Bis zu den Knien 
in Dopamin
wirkt alles anders, als es schien,
denn ist man endorphingetränkt,
wird alles schöner, als man denkt.