Grundeinkommen

Bedingungsloses 
Grundeinkommen
geht nicht 
an ehrwürdige Nonnen,
sondern an die Politiker,
die schrei'n: 
"Der Haushalt reicht nicht mehr
für Faulenzer und Spießgesellen!"

Wir müssen uns 
der Wahrheit stellen:
Das Geld reicht nur 
für die Diäten
der Männer, 
die das Volk verträten,
würden sie 
durch Debattenzanken
nicht im Gewirr 
der Worte schwanken.
Davon gibt es 
jetzt immer mehr.
Das Parlament 
wächst allzu sehr.
Kein Geld für 
Schulen, Kindergärten,
weil Mächtige 
ihr Herz verhärten.
Auf Schienen, Straßen 
und auf Brücken
entstehen 
metertiefe Lücken.
Die Schuldenbremse 
bremst das Denken. 
Man sagt: "Es gibt 
nichts zu verschenken!"
Das Geld ist da, 
jedoch es fließt
nur dorthin, 
wo man es vergießt. 
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Gestörtes Gedicht

Gestörtes Gedicht
*
Im Kopf des Gedichtes 
da nistet die Meise. 
Sie baute ihr Nest 
dort so unhörbar leise,
dass nur das Gedicht 
auf das Federvieh hört.
Deswegen glaubt man, 
das Gedicht sei gestört.
Dabei ist es nur 
ganz besonders sensibel
und schreibt, was der Vogel 
dort unter dem Giebel
ihm flüstert: was Spatzen 
von Hausdächern pfeifen
und wonach neugierige 
Leser gern greifen.
Vergeblich schreibt es schon 
frühmorgens und spät
wonach schon beim Abendrot 
kein Hahn mehr kräht.
*