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* Nur ein Grashalm Das Kloster lag hinter dem Nebelwald am Fuß des Pyramidenberges. Die Einheimischen nannten es deshalb das Kloster der Himmelspyramide. Es wurde oft von Pilgern besucht, die weite Wege in Kauf nahmen, um hier einige Zeit in Ruhe und Meditation zu verbringen. Jeden Morgen, wenn die Glocke zur Laudes rief, blieben einige Mönche im Klosterhof stehen und bekreuzigten sich. Ihr Blick glitt schweigend an den steilen Flanken des Berges empor bis zur Spitze, die sich scharf gegen den Himmel abhob. Erst dann betraten sie schweigend die Kapelle. Luis hatte Pilze im Wald gesucht und sie zu Bruder Antonius ins Kloster gebracht. Bruder Antonius lüftete den Deckel des Weidenkorbes an und beugte sich neugierig darüber. "Steinpilze?" fragte er. Luis nickte. "Und Pfifferlinge. Ganz frisch heute Morgen gesammelt." Der Mönch lächelte zufrieden, holte einige Münzen aus der Tasche der Soutane und ließ sie in Luis' Hand fallen. "Das Dach der Kapelle ist undicht geworden. Kannst du es für uns reparieren?" "Natürlich." "Der Abt sagt immer, niemand hat so geschickte Hände wie du." Luis verabschiedete sich und schlenderte den Feldweg entlang, der außen am Rand des Waldes zum Dorf führte. Er stellte sich vor, wie seine Frau Jutta gerade das Brot aus dem Ofen holte und das warme Sonnenlicht durch das kleine Küchenfenster auf Peros Bett fiel. Kurz vor dem Dorfeingang hörte Luis hinter der alten Bruchsteinmauer schnelle Schritte. "Papa!" Sein Sohn Pero stürmte auf ihn zu, sprang ihm entgegen und klammerte sich an seinen Hals. Luis lachte. "Na, wen haben wir denn hier?" Er hob ihn hoch und drehte sich einmal mit ihm im Kreis. "Wo willst du denn so eilig hin?" "Noch mal in den Wald." Luis stellte ihn wieder auf den Boden. "Aber nicht zu weit." "Bin bald zurück." Der Junge winkte noch einmal und verschwand zwischen den Bäumen. Luis sah ihm lächelnd nach. Es war das letzte Mal, dass Pero seinen Vater lebend sah. |
Heißes Pflaster
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