Energiezufuhr

Energiezufuhr
*
Dies Gedicht, 
mal auf 
die Schnelle,
is ne 
Rindfleisch-
Frikadelle,
die die Umwelt 
schwer belastet.

Lob für den, 
der deshalb fastet
und auf 
Fleischgenuss 
verzichtet,
während der 
Genießer dichtet.

Denn die 
Poesie gelingt
nur, wenn er 
'nen Klops 
verschlingt!

Omelett-Gedicht

Omelett-Gedicht
*
Dies Gedicht 
ist ein Omelett,
rund geformt 
mit reichlich Fett,
zart und saftig-weich 
im Mund,
streng genommen 
ungesund.

Doch dem Dichter, 
der es briet,
weil sein Lektor 
dazu riet,
kam beim 
Braten die Idee:
"Ich bedichte, 
was ich seh'!"

Freundschaft

Freundschaft
*
Großartig, dass 
es Freunde gibt,
denn hat man wen, 
der einen liebt,
ist manches gar 
nicht mehr so schwer.
Und das kommt nicht 
von ungefähr!

Denn wo sich Herzen 
froh vereinen,
muss niemand mehr 
alleine weinen
über den Zustand 
dieser Welt,
die g'rade aus 
dem Rahmen fällt.

Wenn wir sie 
wieder Heile machen,
werden wir einst 
darüber lachen,
dass die Natur 
sich selber heilt,
wenn sich der Mensch 
nicht mehr beeilt,
um diese Welt 
froh zu genießen,
während die 
Sonnenblumen 
sprießen.


The Keeper of the Clod

The Keeper of the Clod
*
How can I save 
the tiny worm
that wanders 
through the clod?
Insignificant 
in wind and storm,
yet working 
tasks of God.

So small he seems 
upon the ground,
still faithful, 
day and night.
No better servant 
has been found,
nor one more 
pure in sight.

Flower’s best friend

Flower's best friend
*
My garden is home 
to a flower
that doesn’t like each rainy shower.
That’s why I have planted "umbrella"
that became my flower’s best fella.

Der Gedankenpanzer

Der Gedankenpanzer
*
Ein Schild aus 
vertrauten Gedanken
verhindert, dass 
Weltbilder schwanken.

Gedanken sind Worte, 
dicht unter der Haut,
mit denen man sich 
seine Ansichten baut.

Dort hinter der Stirn,
gleich unter dem Hirn,
strickt man Laut für Laut,
fürs Leben gebaut -
die Worte, mit denen 
man Urteile festigt
und damit den Freund 
und die Freundin belästigt.

Doch sind die Gedanken 
denn wirklich das Leben?

Was ist, wenn sie uns 
aus der 
Wirklichkeit heben
und uns daran hindern, 
das Wahre zu sehen -
das wir nur durch 
sinnliches Leben 
verstehen.

Der Kummerpanzer

Der 
Kummerpanzer
*
Kein Licht dringt 
durch die Nebelwand,
die er als Schutz 
für sich erfand.
Die Welt ist ihm 
ein weites Meer
grausamer Taten, 
öd und leer.
"Der Mensch ist schlecht!" 
so denkt er still,
schottet sich ab, 
weil er es will.

Verzweiflung wächst 
in seiner Pein,
und mauert Herz 
und Hoffnung ein
Ein Panzerschild, 
aus Gram gemacht,
raubt ihm so 
seine Lebenskraft,
weil er ein Netz 
aus Kummer spann,
durch das kein Licht 
mehr dringen kann.

Der Lächelpanzer

Der Lächelpanzer
*
"Nur die Ruhe! 
Alles gut!"
ruft die Tante 
mit dem Hut.
"Keine Sorge! 
Alles prima!"
So wahrt sie 
ihr gutes Klima.

Über strahlend 
weißen Zähnen
sah noch niemals 
jemand Tränen.
Lächeln ist ihr 
Abwehrschild,
mit dem sie 
den Ärger killt.

Zorn wird trotzig 
weg gelächelt,
Wut im Bauch 
hinab gehechelt.
Ist das Leben 
krumm und schief,
lügt sie, es 
sei positiv.

Doch im Bauch 
sammelt sich Wut,
brodelt auf 
in heißer Glut,
bäumt sich auf 
und ist gekränkt,
wird im Alkohol 
ertränkt.

Selbstbetrug 
wird zur Methode,
denn es ist 
die neue Mode,
mit der man der 
Welt entflieht,
wenn sie trüb und 
grau aussieht.

Die Flicken des Lebens

Die Flicken 
des Lebens
*
Der alte Mann hat 
sie geschickt
mit Stoff und Faden 
fein geflickt.
Die Jacke, die 
am Haken ruht,
erzählt von Liebe, 
Leid und Mut.

Der Flicken auf 
dem linken Arm
verkündet bunt und 
mit viel Charme
von jener Zeit, 
da er, noch jung,
dem Tanz verfiel 
in frohem Schwung.

Ein Schulterstück 
aus grauem Tuch
erinnert ihn 
an den Besuch
von Krankheit, Tod 
und Heilungskraft,
die ihm mehr Lebenszeit 
verschafft.

Am Kragen leuchtet, 
rot und zart,
ein Herz, geschmackvoll, 
warm und zart,
das ihn an jene 
Liebe mahnt,
die sich unmerklich 
angebahnt.

Er liebt die 
aufgenähten Läppchen,
denn jedes ist ein 
kleines Häppchen,
kostbarer Bissen, 
Stück für Stück,
hier aufgenähtes 
Lebensglück.

Der vertriebene Poet

Der 
vertriebene 
Poet
*
Er ist von sich 
selber begeistert,
denn er hat sein 
Leben gemeistert.
Ab jetzt gilt es 
nur noch, zu sterben
und sich den 
Verdienst zu erwerben,
hinauf in den 
Himmel zu kommen
wie alle die 
anderen Frommen.

Man sieht ihn die 
Leiter erklimmen.
Schon hört er der 
Engelein Stimmen,
die rufen, "Mach dich 
bloß vom Acker,
du tagtäglich 
dichtender Racker!"
Wonach sie ihm 
lauthals verkünden,
er sei viel zu schwer 
durch die Sünden,
die er auf der 
Erde geschrieben.
Deshalb hat man 
ihn fortgetrieben.

"Erst wenn du sie 
rückläufig dichtest
und sie dadurch 
wieder vernichtest,
öffnet sich die 
himmlische Pforte
durch deine 
verschwundenen Worte!"