Herr Jedermann ist informiert

Herr Jedermann fühlt sich sehr gut informiert.
Im Grunde hat er aber gar nichts kapiert,
weil er immerzu auf das Bildschirmglas blickt,
das Botschaften an seine Netzhäute schickt.
Der Nachrichtenticker tickt rund um die Uhr,
vertreibt ihm die Zeit und vertreibt die Natur.
Der gnädige Sendeschluss - leider vorbei.
Nun sendet man ständig und mit viel Geschrei.
Die heilende Stille der Nacht ging verloren.
Stattdessen erschallt pausenloses Rumoren
und tötet natürliche Rhythmen für immer.
Herr Jedermann hat nicht den leisesten Schimmer,
dass er bombardiert wird mit Information,
die sich selbst vernichtet, und das heute schon.
Die Nachrichtenflut überflutet sein Hirn
und darum bleibt Hohlraum nur hinter der Stirn.


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