Not kennt kein Gebot

Er hat Freunde angegriffen
und wird dafür ausgepfiffen.
Viele Waffen hat der Feind.
Aber wenn er deshalb meint,
er könnte den Freund besiegen,
wird er was zu hören kriegen.

Wir schenken dem Freund Patronen,
Schießgewehre, blaue Bohnen,
damit er, Mann gegen Mann,
sich gezielt beschützen kann.

Doch der Feind hat viele Ritter,
ungezählte Munition.
Übermächtig, das ist bitter,
winkt die Niederlage schon.
Doch wir rüsten immer weiter.
keiner wird dadurch gescheiter,
dass Opfer auf beiden Seiten
sich nur Leid und Tod bereiten.

Alle hetzen: "Du musst kämpfen!"
Niemand will die Streitlust dämpfen.
Angestachelt wird der Freund,
der für uns zu kämpfen scheint.
Selber halten wir uns raus
und bleiben verschont zuhaus.

Erst nur Helme, dann Haubitzen,
nun sieht man Raketen flitzen,
und, indem man weiter streitet,
werden Bomben vorbereitet.

Keiner setzt dem Kampf ein Ende
und es scheint auch keine Wende
in diesem Konflikt zu geben.
Er gerät ganz aus den Fugen.
Leider gibt es keine klugen
Denker, deren erstes Streben
ist, dass viele überleben.

Schließlich bleiben nur noch Spuren 
ausgestorbener Kulturen,
die, von Angst und Wut berührt,
Dummheit in den Abgrund führt.
*


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