Im Dschungel der Gefühle

Im Dschungel der Gefühle
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Durch den Dschungel meiner Gefühle
schlage ich mir einen Weg
hinaus in die Welt.
Mit dem Rasiermesser meines Vaters
schnitze ich Wörterchen mir und Worte
aus den Ästen und Zweigen,
die mir den Weg versperren.
Satzbauscheren helfen mir,
mich aus dem verschlungenen Geflecht
meiner Gedanken
herauszuwinden.
Ich will es versuchen
und dort Strukturen bauen,
wo außer mir nur Chaos ist.
Ich bastle Silbenmacheten und Nebensatzsäbel,
mit denen ich mir das Unerklärliche
begreifbar mache
und es fassen kann.
Aus Baumrinde reiß ich mir Schleifpapier
und glätte das Raue grobstofflicher Welt.
Im Sturm der Ereignisse,
der die Bäume entwurzelt,
die mir Sicherheit gaben,
wickle ich mich wortgewandt
mir um den Finger.
Veröffentlicht in Texte.